| 28.10.2026 | Sozialversicherung: Beitragsbemessungsgrenzen sollen ab 2027 steigen |
| Wer gut verdient soll höhere Beiträge für die gesetzliche Kranken- und Rentenversicherung zahlen. Grund sind die gestiegenen Löhne und Gehälter. Das Kabinett hat eine entsprechende Verordnung beschlossen. Worum es geht und wo die Bemessungsgrenzen liegen. Für Gutverdiener sollen zum 1. Januar 2027 die Beitragsbemessungsgrenzen in der gesetzlichen Kranken- und Rentenversicherung steigen. Das geht aus der Sozialversicherungsrechengrößen-Verordnung 2027 hervor, die das Kabinett beschlossen hat. Für Normalverdiener – also die Masse der Beschäftigten, und deren Arbeitgeber – ändert sich nichts. Beitragsbemessungsgrenzen sind Höchstbeträge, bis zu denen das Einkommen für Sozialversicherungsbeiträge herangezogen wird. Einkommen darüber bleibt beitragsfrei. Worum geht es bei der Verordnung? Die Bundesregierung ist gesetzlich dazu verpflichtet, die Rechengrößen der Sozialversicherung jährlich neu festzusetzen. Zu diesen Rechengrößen zählen unter anderem die Beitragsbemessungsgrenzen in der gesetzlichen Renten- und Krankenversicherung. Die Berechnung der Grenzwerte ist gesetzlich geregelt und orientiert sich an der Entwicklung der Löhne und Gehälter. Der Bundesrat muss der Verordnung abschließend zustimmen. Warum werden die Grenzwerte jedes Jahr angepasst? Die jährliche Fortschreibung der Rechengrößen stellt sicher, dass sich alle Versicherten entsprechend der Lohnentwicklung an der Finanzierung der Sozialversicherung beteiligen. Konkret heißt das: Ohne Anpassung der Grenzwerte würde der Beitrag von Spitzenverdienern an der Finanzierung der Sozialversicherung sinken. Die Kosten für die soziale Sicherung würden sich nach und nach stärker auf die niedrigeren Einkommen verschieben. Gleichzeitig würde das Absicherungsniveau für Besserverdienende sinken: So erhielten sie etwa trotz steigender Löhne geringere Rentenansprüche. Denn für Einkommen über der Bemessungsgrenze werden keine Beiträge geleistet und somit keine Rentenansprüche erworben. Welche Besonderheit gibt es 2027? Grundlage für die Sozialversicherungsrechengrößen 2027 ist die Lohnentwicklung im Jahr 2025. Sie beträgt 4,38 Prozent. Aufgrund dieser guten Entwicklung steigen im nächsten Jahr alle Rechengrößen. 2027 kommt eine Besonderheit hinzu: Zusätzlich zur regulären Fortschreibung sollen die Grenzwerte – Beitragsbemessungsgrenze und Versicherungspflichtgrenze – in der gesetzlichen Krankenversicherung um 300 Euro im Monat angehoben werden. Der Grund sind Neuregelungen im GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz. Die Erhöhung sorgt dafür, dass höhere Einkommen einen größeren Beitrag zur Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung leisten. Mit dem GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz stärkt die Bundesregierung die finanzielle Grundlage der gesetzlichen Krankenversicherung. Ziel ist, die Beiträge ab 2027 zu stabilisieren und die strukturelle Lücke zwischen Einnahmen und Ausgaben zu schließen. Die notwendigen Lasten werden dabei fair verteilt: auf Ärzte, Krankenhäuser, Apotheken,... | |
| 26.10.2026 | Steuern sparen mit dem Eigenheim |
| Ob kaufen oder bauen, das Eigenheim selbst ist steuerlich kein großer Abzugsposten. Aber bei der Grunderwerbsteuer, Handwerkerleistungen, energetischen Sanierung, haushaltsnahen Dienstleistungen bis hin zu außergewöhnlichen Belastungen lässt sich doch mit vielen Ausgaben einiges an Steuern sparen. Auch Wohn-Riester und Förderungen können die finanziellen Belastungen für eine selbstgenutzte Immobilie, Zweit- und Ferienwohnungen eingeschlossen, reduzieren. Wer die steuerlichen Möglichkeiten für seine selbstbewohnte Immobilie kennt und geschickt nutzt, kann mehrere hundert bis tausend Euro mit der Steuererklärung herausholen. Ein eigenes Haus oder eine Eigentumswohnung ist für viele Menschen eine langfristige Investition in die eigene Wohnsicherheit. Der Kaufpreis, die üblichen Erwerbsnebenkosten sowie die Finanzierungskosten können bei einer selbst genutzten Immobilie grundsätzlich nicht in der Einkommensteuererklärung geltend gemacht werden. Diese Möglichkeiten bleiben Vermietern vorbehalten. Jedoch kann bei der Grunderwerbsteuer gegebenenfalls gespart werden. Diese wird beim Erwerb von Grundstücken und Immobilien einmalig fällig. Die Höhe hängt vom Bundesland ab und liegt derzeit zwischen 3,5 und 6,5 Prozent des Kaufpreises. Wer beispielsweise eine Immobilie für 400.000 Euro kauft, zahlt bis zu 26.000 Euro an Grunderwerbsteuer. Ein paar Tausender beim Kauf gespart Besonders beim Neubau lohnt sich eine steuerliche Gestaltung. Wer Grundstück und Bauleistung unabhängig voneinander erwirbt, zahlt die Grunderwerbsteuer nur auf den Grundstückskauf, nicht auf die späteren Baukosten. Daher lohnt es sich das Grundstück zuerst zu erwerben und erst später einen Bauunternehmer zu beauftragen. Sind die Verträge rechtlich oder wirtschaftlich miteinander verknüpft, kann das Finanzamt auch die Baukosten in die Grunderwerbsteuer einbeziehen. Eine weitere Möglichkeit, die Bemessungsgrundlage zu reduzieren, kann der separate Ausweis von beweglichem Inventar beim Kauf sein. Dazu können beispielsweise eine Einbauküche oder bestimmte Einrichtungsgegenstände gehören. Voraussetzung ist, dass es sich tatsächlich um bewegliche Gegenstände handelt und ihr Wert im Kaufvertrag realistisch ausgewiesen wird. Auf diesen Teil des Kaufpreises fällt dann keine Grunderwerbsteuer an. Wohn-Riester für die eigenen vier Wände Ein bereits bestehender Riester-Vertrag zur Altersvorsorge bietet die Chance, ein selbst genutztes Eigenheim steuerlich gefördert zu finanzieren. Das staatlich bezuschusste Kapital kann als Eigenkapital oder für die Tilgung des Immobilienkredits genutzt werden. Der Wohn-Riester kann ebenfalls bei Kauf, Neubau, barrierearmem Umbau oder energetischer Sanierung in die Baufinanzierung einfließen, sofern die jeweiligen Auflagen erfüllt sind. Es empfiehlt sich, die für den konkreten Vertrag und Förderzeitraum geltenden Regeln genauer anzuschauen. Zusätzlich zur Förderung können die jährlichen Einzahlungen als Sonderausgaben bis zu einem Betrag von 2.100 Euro... | |
| 22.10.2026 | Nachzahlungszinsen bei Steuern werden erhöht |
| Die Bundesregierung hat den Entwurf eines Jahressteuergesetzes 2026 (21/8283) eingebracht, in dem eine Vielzahl thematisch nicht oder nur partiell miteinander verbundener Einzelmaßnahmen enthalten ist. Die Maßnahmen hätten überwiegend technischen Charakter, erklärt die Regierung. Hervorgehoben werden unter anderem die Erhöhungen der Nachzahlungs- und Erstattungszinsen. Nachzahlungszinsen werden von Steuerpflichtigen erhoben, die Steuern nachzahlen müssen. Der Zinssatz betrug seit 2019 0,15 Prozent für jeden Monat, was einem Jahreszinssatz von 1,8 Prozent entspricht. Ab 2027 soll der monatliche Zinssatz angesichts der allgemein gestiegenen Zinsen auf 0,3 Prozent verdoppelt werden, was einem Jahreszins von 3,6 Prozent entspricht. Der Zinssatz gilt auch für Erstattungszinsen, die Steuerpflichtigen bei Steuererstattungen gezahlt werden. Nach der Abgabenordnung beginnt der Zinslauf für die Verzinsung von Steuernachforderungen und Steuererstattungen grundsätzlich 15 Monate nach Ablauf des Kalenderjahres, in dem die Steuer entstanden ist. (Bundestag, Kurzmeldung hib 767/2026 v. 02.10.2026) | |
| 21.10.2026 | Einnahmen aus Hundesteuer stagnieren 2025 auf hohem Niveau |
| Hundehaltung bringt dem Staat weiter hohe Einnahmen, wenn auch der stetige Zuwachs der Vorjahre gestoppt ist. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anlässlich des Welthundetags am 10. Oktober 2026 mitteilt, nahmen die öffentlichen Kassen im Jahr 2025 rund 429,7 Millionen Euro aus der Hundesteuer ein. Im Vergleich zum Vorjahr mit einem Rekordbetrag von 429,9 Millionen Euro blieben die Einnahmen nahezu unverändert (-0,1 %). Im Zehnjahresvergleich bedeutete dies nach wie vor einen deutlichen Anstieg um rund ein Drittel (33,4 %). 2015 hatten die Einnahmen aus der Hundesteuer noch 322,0 Millionen Euro betragen. Die Hundesteuer ist eine Gemeindesteuer. Höhe und Ausgestaltung der Steuersatzung bestimmt die jeweilige Kommune. Vielerorts hängt der Betrag, den die Hundebesitzerinnen und -besitzer entrichten müssen, auch von der Zahl der Hunde im Haushalt oder von der Hunderasse ab. Insofern bedeuten höhere Steuereinnahmen nicht zwangsläufig, dass insgesamt mehr Hunde gehalten werden. Preise für Hunde- und Katzenfutter im mittelfristigen Vergleich überdurchschnittlich gestiegen Die Preise für Hunde- und Katzenfutter haben sich zuletzt unterdurchschnittlich erhöht: Tierbesitzerinnen und Tierbesitzer mussten im Jahr 2025 lediglich 0,4 % mehr für Hunde- und Katzenfutter zahlen als im Vorjahr, die Gesamtteuerung auf Ebene des privaten Verbrauchs lag im selben Zeitraum bei 2,2 %. Nimmt man die mittelfristige Preisentwicklung in den Blick, haben sich Hunde- und Katzenfutter überdurchschnittlich verteuert: Im Jahr 2025 mussten Besitzerinnen und Besitzer der Vierbeiner 35,8 % mehr für Futter ausgeben als im Jahr 2020. Die Verbraucherpreise insgesamt stiegen im selben Zeitraum um 21,9 %. Methodische Hinweise: Der Verbraucherpreisindex (VPI) misst die durchschnittliche Preisentwicklung aller Waren und Dienstleistungen, die private Haushalte in Deutschland für Konsumzwecke kaufen. Die Preisentwicklung für die Position "Hundefutter oder Katzenfutter“ fließt mit einem Gewicht von 4,20 Promille in die Berechnung des Gesamtindex (1 000 Promille) ein. (DESTATIS, Pressemitteilung Nr. N069) | |
| 19.10.2026 | Pflegefahrten sind nicht absetzbar |
| Viele Angehörige übernehmen einen Teil der Pflege ihrer Eltern oder Schwiegereltern selbst. Wohnt die pflegebedürftige Person in einer anderen Stadt, können dabei erhebliche Fahrtkosten entstehen. Steuerlich absetzen lassen sich diese Kosten nicht automatisch. Das Finanzgericht Münster hat entschieden, dass auch regelmäßige Fahrten über größere Entfernungen grundsätzlich nicht als außergewöhnliche Belastungen anerkannt werden. Im entschiedenen Fall kümmerten sich die Kläger um ihre 92-jährige pflegebedürftige Mutter beziehungsweise Schwiegermutter. Die schwerbehinderte Frau hatte Pflegegrad 3 und lebte rund 150 Kilometer vom Wohnort des Ehepaars entfernt. Für das Jahr 2021 machten die Kläger unter anderem die Kosten für 62 Besuchsfahrten sowie weitere Fahrten vor Ort, Parkgebühren und Porto geltend. Insgesamt wollten sie statt des vom Finanzamt gewährten Pflege-Pauschbetrags in Höhe von 1.100 Euro die tatsächlichen Aufwendungen von 6.702,58 Euro als außergewöhnliche Belastungen berücksichtigt wissen. Das Finanzgericht Münster lehnte dies ab. Persönliche Pflege ist nicht zwingend Maßgebende Kriterien für die Absetzbarkeit waren für das Gericht die Außergewöhnlichkeit und die Zwangsläufigkeit. Nach dem Einkommensteuergesetz können außergewöhnliche Belastungen nur berücksichtigt werden, wenn sich Steuerpflichtige aus rechtlichen, tatsächlichen oder sittlichen Gründen den Aufwendungen nicht entziehen können. Nach Auffassung des Gerichts traf dies bei den Pflegefahrten nicht zu. Die Kläger hätten die Pflege- und Unterstützungsleistungen durch andere Personen oder soziale Dienste erbringen lassen können. Dass die Mutter beziehungsweise Schwiegermutter verständlicherweise lieber von ihren Angehörigen unterstützt wurde, änderte daran nichts. Pflege-Pauschbetrag deckt alle Kosten ab Die Kläger hatten sich auf den geltenden Pflege-Pauschbetrag berufen. Dieser kann aktuell ab Pflegegrad 2 gewährt werden und beträgt 1.100 Euro beim Pflegegrad 3. Da die Pauschale den Nachweis und Ansatz höherer tatsächlicher Kosten nicht ausschließe, wollte das Ehepaar die nachgewiesenen höheren Kosten als außergewöhnliche Belastungen geltend machen. Das Finanzgericht gab jedoch bekannt, dass die Neuregelung des Pflege-Pauschbetrags die gesetzlichen Voraussetzungen für den Abzug tatsächlicher Aufwendungen nicht verändert habe. Um Aufwendungen anstelle des Pauschbetrags absetzen zu können, müssen sie außergewöhnliche Belastungen sein. Das sei bei Fahrkosten nicht der Fall, so das Finanzgericht. Der Pflegepauschbetrag wurde den Klägern indes gewährt. Die Besuche wurden als übliche familiäre Hilfeleistungen bewertet. Somit wurden weder die hohen Fahrtkosten zu der Angehörigen für die rund 300 km Hin- und Rückfahrt in Höhe von 5.981,19 Euro noch die weiteren Ausgaben für Fahrtdienste vor Ort und die angefallenen Park- und Portogebühren in Höhe von 721,48 Euro berücksichtigt. Viele Steuerpflichtige helfen ihren Angehörigen im Alter in deren Haushalt und Garten und führen... |
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