| 04.11.2026 | Dienstwagen steht bereit - doch Privatauto muss her? |
| Wer einen Firmenwagen besitzt und ihn für eine Dienstreise nicht nutzt, kann die Kosten für das eigene Auto nicht ohne Weiteres von der Steuer absetzen. Das zeigt ein aktuelles Urteil des Bundesfinanzhofs. Entscheidend ist, warum der private Wagen zum Einsatz kam. Der Dienstwagen steht vor der Tür, aber zu Hause wird er gerade dringend gebraucht. Die Ehefrau muss die minderjährigen Kinder fahren, Termine stehen an und ohne den Firmenwagen wird es schwierig. Also steigt der Arbeitnehmende für seine Dienstreise kurzerhand in sein eigenes Auto. Eigentlich eine ganz alltägliche Familiensituation. Steuerlich kann sie allerdings zum Problem werden. Van für die Familie, Sportwagen für ihn Genau das passierte einem Arbeitnehmenden, dessen Fall vor dem Bundesfinanzhof landete. Der Arbeitgeber stellte dem Mann einen Firmenwagen zur Verfügung. Der große Van durfte nicht nur von ihm, sondern auch von seiner Ehefrau genutzt werden. So fuhr der Mann dreimal mit seinem privaten Sportwagen auf Dienstreise. Für die insgesamt 1.648 Kilometer machte er später 3.758 Euro als beruflich veranlasste Fahrtkosten geltend. Doch das Finanzamt erkannte die Kosten nicht an. Der Arbeitnehmende zog vor Gericht und bekam vom Finanzgericht zunächst sogar Recht. Dienstreise war beruflich, Autowahl war privat Der Bundesfinanzhof sah die Sache anders, wies die Klage ab und fällte ein Grundsatzurteil. Die Dienstreisen selbst waren unstrittig beruflich veranlasst. Es ging also nicht darum, ob der Mann überhaupt auf Dienstreise war. Auch der vom Arbeitnehmenden sorgfältig ermittelte und angesetzte Kilometersatz von 2,28 Euro, entsprechend den tatsächlichen Kosten, war nicht das Problem. Die Frage war vielmehr, warum er seinen privaten Sportwagen nahm, obwohl sein Firmenwagen verfügbar war. Durch die Verwendung des privaten Autos entstanden dem Arbeitnehmenden zusätzliche Kosten. Also galt es zu klären, was der Grund dafür war. Im entschiedenen Fall war die Antwort eindeutig. Der Arbeitnehmende nahm seinen Privatwagen, weil er den Firmenvan für seine Ehefrau freihalten wollte, da dieser für den Transport der drei Kinder besser geeignet war. Für Fahrten mit dem Firmenwagen wären ihm selbst keine Fahrtkosten entstanden, weil der Arbeitgeber die Tankkosten übernommen hätte. Die zusätzlichen Kosten für den privaten Sportwagen entstanden allein durch die privaten Umstände. Auf den Anlass kommt es an Das höchstrichterliche Urteil des BFH bedeutet jedoch nicht, dass Arbeitnehmer, die einen Dienstwagen besitzen, niemals mit dem eigenen Auto auf Dienstreise fahren dürfen. Entscheidend ist die Veranlassung. Je stärker die berufliche Veranlassung überwiegt, desto eher können die Kosten steuerlich berücksichtigt werden. Steht dagegen ein privates Motiv im Vordergrund, entfällt der Steuerabzug. Anders sieht es aus, wenn der Firmenwagen wegen eines Werkstattaufenthalts zum Zeitpunkt der Dienstreise objektiv nicht zur Verfügung steht. Dann wäre die Fahrt mit dem Privatauto durchaus abzugsfähig.... | |
| 02.11.2026 | Was ist neu im November 2026? |
| Die Befugnisse der Bundespolizei werden angepasst, der Verbraucherschutz bei Kleinkrediten wird ausgeweitet kommt und ausländische medizinische Abschlüsse werden schneller anerkannt. Finden Sie hier die gesamten Neuregelungen für November 2026. Zeitgemäße Befugnisse für die Bundespolizei Das Bundespolizeigesetz wurde modernisiert, um die Befugnisse für die Polizeiarbeit zeitgemäß zu erweitern. Zum Beispiel, um gefährliche Drohnen abzuwehren, präventiv Telekommunikation zu überwachen oder Bahnhöfe sicherer zu machen. Weitere Informationen zur Modernisierung des Bundespolizeigesetzes Experimentierräume für neue Entwicklungen Das neue Bundeserprobungsgesetz ermöglicht es, neue Technologien, Dienstleistungen und digitale Verwaltungsverfahren in sogenannten „Reallaboren“ unter Praxisbedingungen testen zu können. Experimentierklauseln erlauben es, den zuständigen Behörden von Fall zu Fall ein gewisses Maß an Flexibilität walten zu lassen. Weitere Informationen zum Bundeserprobungsgesetz Euro 7 beginnt am 29. November mit neuen Fahrzeugtypen Autos, Busse und andere Fahrzeuge in der EU sollen künftig weniger umwelt- und gesundheitsschädliche Stoffe verursachen. Das soll die neue Schadstoffnorm Euro 7 bewirken. Ab dem 29. November 2026 gelten die Euro-7-Anforderungen zunächst für neue Typgenehmigungen von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen. Weitere Informationen zur neuen Schadstoffnorm Euro 7 Neue Zoll-Gebühren: Bearbeitungspauschale für Pakete aus Drittländern Ab 1. November wird eine Zoll-Bearbeitungsgebühr von zwei Euro für Pakete aus Drittstaatenländern erhoben, die online bestellte Waren in die EU einführen. Das betrifft Sendungen bis zu einem Wert von 150 Euro. Diese zwei Euro fallen zusätzlich zu dem bereits seit Juli 2026 geltenden Pauschalzoll von drei Euro an. Die Gebühr wird pro Warenkategorie (Zollposition) innerhalb eines Pakets berechnet. Mit der EU-Zollreform soll die Paketflut aus Staaten außerhalb der EU eingedämmt, Verpackungsmüll verringert und Betrug erschwert werden. Außerdem schafft sie gleiche Wettbewerbsbedingungen für alle Händler. Weitere Informationen zur Zoll-Bearbeitungsgebühr Ausländische Abschlüsse schneller anerkennen Medizinische Fachkräfte mit ausländischer Berufsqualifikation mussten bisher oft aufwendige Anerkennungsverfahren durchlaufen. Die Verfahren für Ärztinnen und Ärzte, Zahnärztinnen und Zahnärzte, Apothekerinnen und Apotheker sowie Hebammen werden schneller, einfacher und digitaler. Abstriche bei den hohen Standards an Patientensicherheit und Versorgungsqualität gibt es dadurch nicht. Die Anerkennungsverfahren werden beschleunigt – fachliche Anforderungen allerdings nicht reduziert. Weitere Informationen zur schnelleren Anerkennung ausländischer Abschlüsse medizinischer Fachkräfte Wissenschaftsfreiheitsgesetz stärkt Fachkräftegewinnung Weniger Formulare und mehr Möglichkeiten, um internationale Spitzenkräfte für die Forschung zu gewinnen. Mit der Reform des Wissenschaftsfreiheitsgesetzes werden unter... | |
| 29.10.2026 | Zusätzliches Weihnachtsgeld durch einen Lohnsteuerfreibetrag |
| Arbeitnehmende können ihre Lohnsteuer im Jahr 2026 noch gezielt senken. Mit einem Antrag auf Lohnsteuerermäßigung bis spätestens 30. November gibt es ein höheres Nettogehalt im Dezember. Jetzt ist die beste Gelegenheit, um Steuervorteile in die letzte Gehaltsabrechnung dieses Jahres einfließen zu lassen. Denn durch das Lohnsteuerermäßigungsverfahren wirkt sich der Steuerabzug für das gesamte Jahr auf das Dezembergehalt aus. Dies ist ausgesprochen vorteilhaft, wenn dieses mit dem Weihnachtsgeld, dem 13. Monatsgehalt oder dem Jahresbonus zusammenfällt. Für wen ist der Freibetrag interessant? Ein Freibetrag kann berücksichtigt werden, wenn regelmäßig hohe Aufwendungen anfallen, die sich steuerlich auswirken. Die Summe der Aufwendungen muss dabei 600 Euro übersteigen. Wer das erreicht, kann profitieren. Typische Fälle sind beispielsweise erhebliche Sonderausgaben aufgrund der Kirchensteuer, Unterhaltszahlungen an den Ex-Ehepartner oder teure Kinderbetreuungskosten durch die Unterbringung in einer Privatschule. Auch beträchtliche außergewöhnliche Belastungen, welche die Eigenbelastung übersteigen, aufgrund von Krankheit, Pflege oder Heimunterbringung. Arbeitnehmende, die mit ihren Aufwendungen den Arbeitnehmerpauschbetrag in Höhe von 1.230 Euro um die 600 Euro übertreffen, dürfen sich insbesondere angesprochen fühlen. Pendeln, Dienstreisen und ein doppelter Haushalt sind oft die Gründe. Immobilienbesitzer können mit Verlusten aus der Vermietung, energetischer Sanierung oder Handwerkerkosten punkten. Auch Mieter können sich die Kosten für Handwerker und haushaltsnahe Dienstleistungen, wie einer Zugehfrau, eintragen lassen. Für diese Ausgaben ist kein Mindestbetrag erforderlich. Perfekter Zeitpunkt für mehr Weihnachtsgeld Der Antrag kann mit dem Formular „Antrag auf Lohnsteuerermäßigung“ beim Finanzamt oder online über ELSTER gestellt werden. Je nach Art der Kosten sind die entsprechenden Anlagen hinzuzufügen. Für ein zusätzliches Weihnachtsgeld muss der Antrag vor dem 30. November beim Finanzamt eingegangen sein. Sicherer ist es aber, ihn bereits früher im November abzugeben. Sofort-Effekt statt Warten auf Steuererstattung Das Finanzamt hinterlegt diesen Freibetrag bei den elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmalen, die der Arbeitgeber bei der Lohnabrechnung abruft. Die Lohnsteuerhilfe Bayern rät, den Arbeitgeber zusätzlich über die Änderung zu informieren, so dass sie auch sicher im Dezember berücksichtigt wird. Denn in Monaten mit ohnehin höherem Gehalt, wie im Dezember, ist der Lohnsteuerfreibetrag besonders lukrativ. Der Arbeitgeber zieht infolge vom Dezembergehalt den Freibetrag für das gesamte Jahr auf einen Schlag ab. Somit fällt das Netto deutlich höher aus als sonst. Dieser Steuerbooster gilt von Haus aus nur für ein Kalenderjahr. Er kann also jährlich in vollem Umfang zum Jahresende genutzt werden. Vorsicht, wer ein zusätzliches Kreuz im Formular setzt, kann ihn auf zwei Jahre verlängern. Allerdings wird der Lohnsteuerabzug ab Januar... | |
| 28.10.2026 | Sozialversicherung: Beitragsbemessungsgrenzen sollen ab 2027 steigen |
| Wer gut verdient soll höhere Beiträge für die gesetzliche Kranken- und Rentenversicherung zahlen. Grund sind die gestiegenen Löhne und Gehälter. Das Kabinett hat eine entsprechende Verordnung beschlossen. Worum es geht und wo die Bemessungsgrenzen liegen. Für Gutverdiener sollen zum 1. Januar 2027 die Beitragsbemessungsgrenzen in der gesetzlichen Kranken- und Rentenversicherung steigen. Das geht aus der Sozialversicherungsrechengrößen-Verordnung 2027 hervor, die das Kabinett beschlossen hat. Für Normalverdiener – also die Masse der Beschäftigten, und deren Arbeitgeber – ändert sich nichts. Beitragsbemessungsgrenzen sind Höchstbeträge, bis zu denen das Einkommen für Sozialversicherungsbeiträge herangezogen wird. Einkommen darüber bleibt beitragsfrei. Worum geht es bei der Verordnung? Die Bundesregierung ist gesetzlich dazu verpflichtet, die Rechengrößen der Sozialversicherung jährlich neu festzusetzen. Zu diesen Rechengrößen zählen unter anderem die Beitragsbemessungsgrenzen in der gesetzlichen Renten- und Krankenversicherung. Die Berechnung der Grenzwerte ist gesetzlich geregelt und orientiert sich an der Entwicklung der Löhne und Gehälter. Der Bundesrat muss der Verordnung abschließend zustimmen. Warum werden die Grenzwerte jedes Jahr angepasst? Die jährliche Fortschreibung der Rechengrößen stellt sicher, dass sich alle Versicherten entsprechend der Lohnentwicklung an der Finanzierung der Sozialversicherung beteiligen. Konkret heißt das: Ohne Anpassung der Grenzwerte würde der Beitrag von Spitzenverdienern an der Finanzierung der Sozialversicherung sinken. Die Kosten für die soziale Sicherung würden sich nach und nach stärker auf die niedrigeren Einkommen verschieben. Gleichzeitig würde das Absicherungsniveau für Besserverdienende sinken: So erhielten sie etwa trotz steigender Löhne geringere Rentenansprüche. Denn für Einkommen über der Bemessungsgrenze werden keine Beiträge geleistet und somit keine Rentenansprüche erworben. Welche Besonderheit gibt es 2027? Grundlage für die Sozialversicherungsrechengrößen 2027 ist die Lohnentwicklung im Jahr 2025. Sie beträgt 4,38 Prozent. Aufgrund dieser guten Entwicklung steigen im nächsten Jahr alle Rechengrößen. 2027 kommt eine Besonderheit hinzu: Zusätzlich zur regulären Fortschreibung sollen die Grenzwerte – Beitragsbemessungsgrenze und Versicherungspflichtgrenze – in der gesetzlichen Krankenversicherung um 300 Euro im Monat angehoben werden. Der Grund sind Neuregelungen im GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz. Die Erhöhung sorgt dafür, dass höhere Einkommen einen größeren Beitrag zur Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung leisten. Mit dem GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz stärkt die Bundesregierung die finanzielle Grundlage der gesetzlichen Krankenversicherung. Ziel ist, die Beiträge ab 2027 zu stabilisieren und die strukturelle Lücke zwischen Einnahmen und Ausgaben zu schließen. Die notwendigen Lasten werden dabei fair verteilt: auf Ärzte, Krankenhäuser, Apotheken,... | |
| 26.10.2026 | Steuern sparen mit dem Eigenheim |
| Ob kaufen oder bauen, das Eigenheim selbst ist steuerlich kein großer Abzugsposten. Aber bei der Grunderwerbsteuer, Handwerkerleistungen, energetischen Sanierung, haushaltsnahen Dienstleistungen bis hin zu außergewöhnlichen Belastungen lässt sich doch mit vielen Ausgaben einiges an Steuern sparen. Auch Wohn-Riester und Förderungen können die finanziellen Belastungen für eine selbstgenutzte Immobilie, Zweit- und Ferienwohnungen eingeschlossen, reduzieren. Wer die steuerlichen Möglichkeiten für seine selbstbewohnte Immobilie kennt und geschickt nutzt, kann mehrere hundert bis tausend Euro mit der Steuererklärung herausholen. Ein eigenes Haus oder eine Eigentumswohnung ist für viele Menschen eine langfristige Investition in die eigene Wohnsicherheit. Der Kaufpreis, die üblichen Erwerbsnebenkosten sowie die Finanzierungskosten können bei einer selbst genutzten Immobilie grundsätzlich nicht in der Einkommensteuererklärung geltend gemacht werden. Diese Möglichkeiten bleiben Vermietern vorbehalten. Jedoch kann bei der Grunderwerbsteuer gegebenenfalls gespart werden. Diese wird beim Erwerb von Grundstücken und Immobilien einmalig fällig. Die Höhe hängt vom Bundesland ab und liegt derzeit zwischen 3,5 und 6,5 Prozent des Kaufpreises. Wer beispielsweise eine Immobilie für 400.000 Euro kauft, zahlt bis zu 26.000 Euro an Grunderwerbsteuer. Ein paar Tausender beim Kauf gespart Besonders beim Neubau lohnt sich eine steuerliche Gestaltung. Wer Grundstück und Bauleistung unabhängig voneinander erwirbt, zahlt die Grunderwerbsteuer nur auf den Grundstückskauf, nicht auf die späteren Baukosten. Daher lohnt es sich das Grundstück zuerst zu erwerben und erst später einen Bauunternehmer zu beauftragen. Sind die Verträge rechtlich oder wirtschaftlich miteinander verknüpft, kann das Finanzamt auch die Baukosten in die Grunderwerbsteuer einbeziehen. Eine weitere Möglichkeit, die Bemessungsgrundlage zu reduzieren, kann der separate Ausweis von beweglichem Inventar beim Kauf sein. Dazu können beispielsweise eine Einbauküche oder bestimmte Einrichtungsgegenstände gehören. Voraussetzung ist, dass es sich tatsächlich um bewegliche Gegenstände handelt und ihr Wert im Kaufvertrag realistisch ausgewiesen wird. Auf diesen Teil des Kaufpreises fällt dann keine Grunderwerbsteuer an. Wohn-Riester für die eigenen vier Wände Ein bereits bestehender Riester-Vertrag zur Altersvorsorge bietet die Chance, ein selbst genutztes Eigenheim steuerlich gefördert zu finanzieren. Das staatlich bezuschusste Kapital kann als Eigenkapital oder für die Tilgung des Immobilienkredits genutzt werden. Der Wohn-Riester kann ebenfalls bei Kauf, Neubau, barrierearmem Umbau oder energetischer Sanierung in die Baufinanzierung einfließen, sofern die jeweiligen Auflagen erfüllt sind. Es empfiehlt sich, die für den konkreten Vertrag und Förderzeitraum geltenden Regeln genauer anzuschauen. Zusätzlich zur Förderung können die jährlichen Einzahlungen als Sonderausgaben bis zu einem Betrag von 2.100 Euro... |
Alle Beiträge werden vom efv-Erich Fleischer Verlag zusammengestellt. Eine Haftung für deren Inhalt und Richtigkeit kann daher nicht übernommen werden.